Auszug aus meinem Tagebuch

14.07.2010 03:30 Uhr

Was zum Teufel mache ich hier eigentlich? Und wie sehe ich ueberhaupt aus?

Ich trage eine Wollmuetze, eine Sturmhaube, einen Deutschland-Cowboyhut (vielen Dank, Conny) 2 Paar Handschuhe, 2 T-Shirts, einen gefuetterten Longsleeve, einen Fleecerolli, eine Goretexjacke, 3 Paar Hosen und 2 Paar Socken. Und trotzdem ist mir arschkalt. Kein Wunder, unser Guide sprach von -10 Grad. Oben erwarten uns dann um die -15. Ich freu mich drauf. Wenn wir doch mal kurz eine Pause machen, um ein paar Schluck Wasser zu trinken (viel Trinken soll das einzig wirksame Mittel gegen Hoehenkrankheit sein), ist man sogleich so durchgefrohren, dass man Angst hat, dass einem Finger und Zehen abfrieren.

Weiterhin laeft die Nase, der Hals kratzt bei jedem Atemzug und die Knie schmerzen aufgrund der Anstrengungen der letzten Tage.

Seit 4 Stunden kriechen wir im Schneckentempo den Berg hoch. Um uns ist finsterste Nacht, nur unglaublich viele Sterne erhellen den Himmel. Wenigstens etwas.

Die Steigung toppt auch alles, was wir bisher in den letzten Tagen erlebt haben. 1100 Hoehenmeter auf 3,2 km. Der Hobbymathematiker kann sicherlich nun schnell die Steigung berechnen. Und der Untergrund besteht aus losem Geroell und Lavaasche, sodass man oftmals wieder gen Tal rutscht.

Wir sind auf ca. 5400m auf dem Weg zum Stellapoint, der auf 5751m liegt. Danach noch zum Uhurupeak auf 5895m, wo wir uns den Sonnenaufgang anschauen wollen. Toller Plan, aber wir sind noch ein Stueck entfernt davon. Die letzten 4 Tage waren dagegen ein Kinderspiel. Auch anstregend, aber traumhafte Landschaften und wunderbare Aussichten. Einfach unbeschreiblich.

Letztendlich waren wir dann doch oben. Gegen 05:30 Uhr erreichten wir den Gipfel, bis auf ein paar Fotos haben wir uns dort nicht wirklich laenger aufgehalten. Auf dem Weg zum Stellapoint kommt dann endlich die Sonne raus und wir koennen die Aussicht auf den Krater, riessige Gletschermassen und die Wolkenformationen von oben geniessen. Hammer. Dies entschaedigt doch fuer so einiges.

Im Nachhinein betrachtet ein einmaliges und unbeschreibliches Erlebnis, aber so schnell mach ich so was sicher nicht noch mal.

15.7.10 18:23

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Susi W. (22.7.10 10:24)
Wow, Respekt, du bist nicht ganz sauber...


Anja & Co (25.7.10 15:39)
Jambo + habari gani?
Ahsante sana kwa ku-salimia

Ni lazima niende chooni!
Karatasi ya choo iko?
Nina kiu.
Bia baridi iko?

Kwa heri
Tuaonana mara nyingine

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